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Vom SKOLL - Selbstkontrolltraining - zu SKOLL-SPEZIAL

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung von SKOLL (2008 - 2012) konnten insbesondere die erfolgreiche Wirkung des SKOLL-Trainings auf die Abstinenzmotivation auch von Raucherinnen und Rauchern, sowie auf einen gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol nachweisen. Der Drogen- und Suchtbericht 2012 hebt besonders hervor, dass das Risikoverhalten bei Nikotinkonsum um 10 Prozent und bei riskantem Alkoholkonsum sogar um 50 Prozent reduziert wird, und dass SKOLL bei unterschiedlichen Umsetzungsbedingungen bei allen Teilnehmenden wirksam ist, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung, dem Profil des Risikoverhaltens, der Eingangsbelastung und der Motivation. Im Abschlussbericht der Evaluation von SKOLL (vgl. Kliche 2012, S. 406ff.) wird der erfolgreiche Einsatz von SKOLL als zielgruppenübergreifende Tabak- und Alkohol-prävention eindeutig bestätigt und nachgewiesen.

 

Nikotin und Alkohol sind zudem die wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für die Entstehung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, insbesondere von Krebserkrankungen. Jährlich sterben etwa 110.000 Raucher an den Folgen ihrer Sucht, mehr als 70.000 Menschen durch Alkoholkonsum. Als besonders schädlich gilt der gleichzeitige Konsum von Nikotin und Alkohol. Ein Beispiel: Bereits zehn Zigaretten pro Tag steigern das Lungenkrebsrisiko um das Achtfache. Wer zusätzlich noch Alkohol trinkt vervielfacht das Risiko für Krebserkrankungen der oberen Atemwege und des Verdauungstraktes auf das Zehn- bis Hundertfache (Deutsche Krebshilfe, 2013). In der Praxis zeigt sich, dass Alkohol und Zigaretten oft zusammen konsumiert werden: Bei Konsum von Alkohol wird mehr geraucht und ehemalige Raucher werden beim Konsum von Alkohol häufiger rückfällig.

 

Gemäß dem Leitfaden Prävention, mit dem der GKV Spitzenverband die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention nach § 20 SGB V festgelegt hat, zählt die Prävention des Suchtmittelkonsums zu den individuellen Ansätzen. Die Präventionsprinzipien in diesem Handlungsfeld sind auf die „Förderung des Nichtrauchens“ und den „gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol, bzw. die Reduzierung des Alkoholkonsums ausgerichtet“.

 

Die Würdigung von SKOLL durch den GKV Spitzenverband und die gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Rahmen der bundesweiten Umsetzung und die damit verbundenen positiven Ergebnisse des Bundesmodellprojektes, insbesondere hinsichtlich des Rauchers und bei riskantem Alkoholkonsum, hat den Caritasverband für die Diözese Osnabrück dazu veranlasst, SKOLL-SPEZIAL ins Leben zu rufen, um speziell die Abstinenzmotivation von Raucherinnen und Rauchern, sowie einen gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol zu erreichen.